Viele Achatschneckenarten können zu den leicht zu haltenden Terrarienbewohnern gezählt werden und sind für den Anfänger gut geeignet. Trotzdem müssen bei der Haltung dieser Tiere einige Spielregeln beachtet werden. Die unten aufgeführten Angaben zur Haltung können von Art zu Art leicht abweichen.

Terrarium oder Aquarium ?

Das Terrarium ermöglicht eine leichte Fütterung der Tiere durch die verschiebbaren Frondscheiben. Auch die Entnahme von Futterresten und Schnecken ist hier sehr einfach, sofern keine Schnecken auf den Frontscheiben des Terrariums sitzen. Nachteilig jedoch, Terrarien sind deutlich teurer als Aquarien gleicher Größe.

Bei Aquarien hingegen wird die Sicht auf die Schnecken nicht durch geteilte Frontscheiben gestört. Durch die obenliegende Öffnung kann das Bodensubstrat leicht und schnell entnommen werden. Das Öffnen des Behälters ist jederzeit möglich. Schnecken die sich auf dem Aquariumdeckel befinden können mit abgehoben werden. Die Aquarienabdeckung muss im Gegensatz zum Terrarium selber gebaut werden.

Eine Umbauanleitung eines Aquarium zum Terrarium gibt es unter www.achatina.de

Größe des Terrariums

Die Größe des Terrariums richtet sich nach der Endgröße der Schnecken und der Zahl der Individuen, die man darin halten möchte. Ein Behälter der Abmessung 60 cm x 30 cm x 30 cm reicht für 3-4 Achatschnecken mit einer Gehäuselänge von 19 cm aus. Entsprechend mehr Schnecken können bei einer geringeren Gehäuselänge eingesetzt werden. Da die Schnecken unter Umständen sehr vermehrungsfreudig sind,  sollte dieser Aspekt in die Größe des Behälters mit einfliesen.

Einrichtung des Terrariums

Von Steinen und anderen harten Gegenständen ist im Schneckenterrarium abzuraten. Kriechen die Schnecken über die Terrariendecke kommt es gelegentlich vor, dass sie abstürzen. Fallen sie auf einen harten Gegenstand sind Gehäuseschäden nicht auszuschließen. Dekorative Pflanzen werden gerne als Futter angesehen und sind bald nicht mehr vorhanden. Glücklicherweise gibt es aber auch Pflanzen die nicht auf der Speisekarte der Schnecken stehen. So verschmähen sie Gräser, Efeu, und einige Zimmerpflanzen mit festen, faserigen schmalen Blättern. Am besten man probiert selber aus was gepflanzt werden kann.

Temperatur

Da Achatschnecken in Afrika beheimatet sind benötigen sie eine höhere Temperatur als unsere einheimischen Schnecken. Die Temperatur sollte zwischen 23 und 26 °C liegen. Ein Tag- Nachtwechsel der Temperatur kann sich positiv auf das Wohlbefinden der Schnecken auswirken, ist aber nicht zwingend erforderlich. Beispiel: Tagestemp. 26 °C, Nachttemp. 23 °C. Alle Achatschnecke der Gattung Archachatina werden bei mir mit 25°C Tages- und 23°C Nachttemperatur gehalten.

Temperaturen unter 15°C, mit wenigen Ausnahmen, vertragen diese Schnecken nicht.

Die  zur Haltung benötigte Temperatur kann durch die normale Zimmertemperatur, durch eine Glühlampe, Heizmatten oder Heizkabeln erreicht werden. Bei den letzten drei Wärmequellen ist darauf zu achten, dass die Tiere nicht direkt mit ihnen in Berührung kommen, da sie sich daran verbrennen könnten.

Beim Verlegen der Heizmatten- oder kabel sollte auf warme und kältere Zonen geachtet werden. Bevorzugt legen diese Schecken ihre Eier in die kältere Zone und vergraben sich selbst in der warmen Zone. Das Substrat sollte bei einer Bodenheizung nicht zu dick in das Terrarium eingebracht werden, da sonst leicht ein Wärmestau im Boden entstehen könnte, und die Wärme, durch die Isolierwirkung des Bodens, nur zum Teil an die Luft abgegeben wird. Der Bodengrund sollte beim Einsatz von Heizmatten oder Heizkabeln regelmäßig auf trockene Stellen kontrolliert werden.

Luftfeuchte

Eine Luftfeuchte von 80- 90 % rel. ist anzustreben. Diese wird am einfachsten durch kleine Lüftungsschlitze im Terrarium erreicht. Verwendet man zu große Lüftungsschlitze, muß immer wieder Wasser in das Terrarium gesprüht werden.

Licht

Da die Achatschnecken nachtaktiv sind, benötigen sie tagsüber wenig Licht in ihrem Terrarium.  Aber allein aus optischen Gründen und nicht zuletzt für die Pflanzen sollte die Beleuchtungsstärke nicht zu gering ausfallen. Eine Beleuchtungsdauer von 10 bis 12 Stunden ist für Pflanzen ausreichend.

 

Substrat

Als Bodengrund für das Terrarium sollte ein feines lockeres feuchtespeicherndes Substrat verwendet werden, in das die Schnecken ihre Eier legen und sich selbst vergraben können. Gut geeignet ist Reptilienerde, die diese Eigenschaften aufweist. Leider ist dieses Substrat in der Regel recht teuer. Genausogut eignet sich Torf, der aber wegen seines niedrigen pH-Wertes unbedingt aufgekalkt werden muß. Ohne die Aufkalkung können Gehäuseschäden bei den Tieren entstehen. Normale Blumenerde kann Dünger und Bodenhilfsstoffe (Styropor, Hygromull) enthalten und ist daher als Substrat ungeeignet. Kokoserde ist im Vergleich zum Torf recht teuer, erfüllt aber den gleichen Zweck. Blähton oder Pflanzton welcher für die Hydrokultur von Pflanzen hergestellt wird, eignet sich ebenfalls sehr gut als Bodengrund. Er hat einige Vorteile gegenüber den anderen Substraten:

Er kann leicht gereinigt werden und selbst ein abkochen ist möglich.

Schnelle Entnahme und Wiederbefüllung des Terrariums.

Die Schnecken bleiben wesentlich sauberer als z.B. bei Torf.

Die Tiere vergraben sich schneller und leichter.

Die Eiablage kann bei geringer Füllhöhe der Steine besser kontrolliert werden.

Bei der Reinigung mit warmen Wasser ist die gewünschte Bodentemperatur im Terrarium sofort wieder hergestellt.

Da auch der Pflanton im ph-Wert stark schwanken kann, sollte er aufgekalkt werden.

 

Der Bodengrund egal welcher Art, sollte feucht, aber nicht nass gehalten werden.

 

Futter

Die Futterpalette der Achatschnecken ist recht groß. So fressen sie verschiedene Salate, Zuchini, Feigen, Datteln, Mango, Papaya, Bananen, Erdbeeren, Mören, Gurken, Tomaten, Fischfutter, Katzen- und Hundetrockenfutter, Äpfel, Grießbrei, Sojamehl ........ usw. Allerdings hat jede Art ihre eigene “Lieblingsmahlzeit” und kann die eine oder andere Futtersorte komplett verweigern. Auf jeden Fall sollte das Futter abwechslungsreich gestaltet werden, um mögliche Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Besonders wichtig ist die kontinuierliche Kalkversorgung für den Gehäuseaufbau. Unterlässt man die Kalkzufuhr wird das Gehäuse dünn und brüchig. Diese notwendige Kalkversorgung kann durch Sebiaschalen oder Vogelgrit erreicht werden. Sehr günstig ist die Verfütterung von mehlfeinem kohlensaurem Kalk 95 % ( CaCo³) der im Landwirtschaftshandel erhältlich ist. Man mischt ihn am besten unter das Futter, so ist sichergestellt das jede Schnecke mit Kalk versorgt wird. Dieser Kalk eignet sich auch für die notwendige Aufkalkung der Substrate.

Krankheiten

Durch das Futter werden regelmäßig hohe Mengen an Wasser in das Terrarium eingebracht, welches dann im Boden gespeichert wird. Ist das Substrat zu nass, können junge Schnecken und die Embryonen in den Eiern an Sauerstoffmangel ersticken. Schimmelndes Futter sollte umgehendst aus dem Terrarium entfernt werden, da eine Aufnahme dieses Futters zu schweren Magen- und Darmstörungen führen kann. Ebenso sind die anfallenden Ausscheidungsprodukte der Schnecken, Keimzellen für Krankheitserreger. Sie sollten ebenfalls schnell aus dem Terrarium entfernt werden. Die Schneckenhäuser sollten regelmässig, von Kotspuren anderer Schnecken und dem Bodenmaterial, gesäubert werden. Am besten eignet sich dazu etwas Wasser und eine weiche Zahnbürste, welche besonders am Gehäuserand behutsam eingesetzt wird. Auch der Schneckenschleim, welcher aus Wasser, Eiweiß- und Zuckerkompinationen besteht wird zum idealen Nährboden für Pilze und Bakterien.

Anders als in der Natur, wird durch das begrenzte Platzangebot im Terrarium und der oben genannten Faktoren der Lebensraum unserer Schützlinge daher schnell zur Bakterienfalle. Eine regelmäßiges Säuberung in kurzen Zeitabständen des gesamten Terrariums und der gesamten Inneneinrichtung ist also bei Schnecken das wichtigste. Viele Krankheiten und Wachstumsdepressionen können damit vermieden werden!

 

Mit dem Futter werden häufig Bodenlebewesen in das Terrarium eingeschleppt. Diese Kleinlebewesen sind für die Schnecken und dem Menschen nicht gefährlich. Sie vernichten die Futterreste und Ausscheidungen der Schnecken und wandeln diese, wie im Komposthaufen, um. Gelegentlich können ca. 5 mm große weißliche Würmer in der Erde vorkommen, sogenannte Fadenwürmer. Auch diese sind ungefährlich. Lästig hingegen können Trauermücken werden, die man meist über das Substrat einschleppt. Diese 2 mm kleinen  schwarzen Mücken fliegen überall im und um das Terrarium herum. Sie sind allerdings auch in Zimmerpflanzentöpfen häufig zu finden. Diese kleinen Mücken können bei massenhaften Vorkommen auch den Jungschnecken gefährlich werden.

Bilder einiger Bodenlebewesen können unter “ Mitbewohner” betrachtet werden.

Sind die Lebensbedingungen der Schnecken nicht optimal, zu kalt, zu nass, zu warm oder bekommen sie zu wenig Futter, fangen sie an, ihre Gehäuseöffnung mit einem Kalkdeckel zu verschließen. Unter diesem Deckel können sie bis zu einem halben Jahr überdauern. Dieses Verhalten ist nicht mit der natürlichen Winterruhe (siehe weiter unten) zu verwechseln.

Kranke Schnecken ziehen sich meist weit in ihr Gehäuse zurück und bilden ihr Gehäuse auch nicht weiter aus. Dabei ist häufig eine Abnahme des Gewichtes zu vermerken.

Das Vergraben der Achatschnecken in den Boden ist kein Anzeichen für eine Krankheit.

Vermehrung

Manche Arten sind bereits nach 5-8 Monaten geschlechtsreif und können Eier legen. Die Zahl der Eier schwankt je nach Gattung und Art zwischen 6 bis 500 Eiern. Die Größe der Eier kann ebenfalls je nach Gattung und Art stark abweichen. Die Eier werden im Boden zu einem Haufen abgelegt. Nach 2-3, Wochen je nach Bodentemperatur, schlüpfen die  jungen Schnecken. Die Jungtiere bleiben meist noch einige Tage unter der Erde in ihrem Nest und verzehren ihre Eischale welche als erste Kalklzufuhr dient.

Da sich die Schnecken rasant vermehren können, sollte man regelnd in die Vermehrung eingreifen. Dazu durchsucht man den Boden in regelmäßigen Abständen nach Eiern und entfernt diese aus dem Terrarium. Wichtig: sollen die Eier in die Mülltonne oder auf dem Komposthaufen geworfen werden, müssen sie zuvor abgetötet werden, um ein unbeabsichtigtes Schlüpfen auszuschließen.

Winterruhe

Viele Achatschneckenarten halten während unserer kalten Jahreszeit eine Winterruhe. Dabei handelt es sich genauer gesagt um eine Überdauerung der Trockenzeit in ihren natürlichen Lebensräumen. Die Schnecken fangen an sich im Substrat einzugraben und verschließen ihre Mündung mit einem Kalkdeckel (Epiphragma). Dieser Kalkdeckel dient der Schnecke als Verdunstungsschutz. Während dieser Zeit fressen die Schnecken nichts und können bis zu einem halben Jahr in dieser Trockenruhe ausharren. Dabei könne sie bis zu 60% ihres Gewichtes verlieren. Um eine Austrocknung der Schnecken zu verhindern, sollte der Bodengrund im Terrarium immer leicht feucht gehalten werden. Wenn es nicht umbedingt nötig ist, sollten man sie in ihrer Winterruhe nicht stören. Die Winterruhe kann sich positiv auf die Vermehrung der Schnecken auswirken.

Tips zum Versand

Wer Schnecken tauschen möchte und sie versendet, sollte sie entsprechend verpacken. Um Gehäuseschäden vorzubeugen sollten die Achtschnecken nur geringe Möglichkeiten zum herumkriechen bekommen. Am besten füllt man den Transportbehälter zu 3/4 mit feuchtem Substrat in diesen man die Schnecken setzt. Der Transportbehälter benötigt einige Luftlöcher, damit die Tiere nicht ersticken.  Den Behälter mit den Schnecken legt man anschließend in  einen Versandkarton, der keine Löcher enthalten muss. Der Versandkarton sollte ein wenig größer als der Transportbehälter sein. Zum Schluß muss der Schneckenbehälter im Versandkarton gegen Verrutschen gesichert werden.

 

 Wichtig!!!

Kein Versand bei Tag- oder Nachttemperaturen unter 15 C°. Das gilt für die gesamte Zeit, in der die Schnecken unterwegs sind. Kaum eine Schnecke würde diese niedrigen Temperaturen überleben!